Geschichte der Sozialfirmenidee

Die Idee, mit unternehmerischen Mitteln soziale Probleme anzugehen ist nichts Neues. In den letzten Jahrzehnten ist sie aber ziemlich vergessen gegangen.

Erste Vorläufer von Sozialfirmen lassen sich bis ins vorletzte Jahrhundert zurückverfolgen. Anfänglich wurden diese Initiativen von der öffentlichen Hand kaum unterstützt. Ein Beispiel für solche alten sozialunternehmerischen Intitativen sind Brockenhäuser oder Flickstuben für arbeitslose Frauen, wie es sie seit dem Ersten Weltkrieg in vielen grösseren Städten gab. Oft wurden diese Angebote von engagierten Frauen aus dem Bürgertum oder der Arbeiterschaft betrieben, ohne staatliche Hilfe. Diese frühen Sozialunternehmerinnen engagierten sich damit nicht nur im Bereich der Arbeitslosigkeit, sondern ebenso in Fragen des Gesundheitsschutzes, des Frauenschutzes und im Kampf gegen den Alkoholismus.

In der Alkoholismusbekämpfung brachte die Schweiz einige Pionierunternehmen hervor, die bis heute bestehen, wenn auch heute vom Sozialfirmengedanken oft nur noch wenig zu spüren ist.

Der SV-Group, die zfv-Unternehmungen (ehemals Zürcher Frauenverein) oder dias Zürcher Brockenhaus sind aktuelle Unternehmen, die in dieser alten sozialunternehmerischen Bewegung ihren Ursprung und ihre Wurzeln haben.

 

Im Zuge der Professionalisierung des Sozialwesens ab den 1970er Jahren geriet der unternehmerische Aspekt bei der Lösung von sozialen Problemen stark in den Hintergund. Erst als Folge der massiven Haushaltskürzungen namentlich in England oder den USA ab den 1980er Jahren bildeten sich wieder vermehrt sozialunternehmerische Initiativen. In England entstanden in dieser Zeit die Social Firms, meist kleingewerbliche Betriebe mit einer körperlich oder geistig behinderten Belegschaft, die ihre Produkte selbst herstellen und gleich auch vermarkten und verkaufen.